Der 15-Minuten-Spot-Tarif
Strom zum Börsenpreis statt zum Festpreis: wie ein dynamischer Stromtarif funktioniert, woraus sich der Preis zusammensetzt und für wen er sich eignet.
Bei einem Spot-Tarif zahlen Sie für Ihren Strom keinen festen Arbeitspreis, sondern den Preis, der an der Strombörse gerade gilt. Er ändert sich im Tagesverlauf – wer Verbrauch in günstige Zeitfenster verlagern kann, nutzt das gezielt.
So funktioniert ein Spot-Tarif
Börsenpreis statt Festpreis
Der Energiepreis folgt dem Spotmarkt der Strombörse (EPEX Spot). Ist viel Strom im Netz, sinkt der Preis; ist Strom knapp, steigt er.
Preisintervalle von 15 Minuten
Angebot und Nachfrage ändern sich laufend. Kurze Intervalle bilden das genauer ab und erlauben eine zeitnahe Abrechnung und Steuerung.
Zeitgenaue Messung
Ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) erfasst, wann wie viel Strom verbraucht wird. Erst damit wirkt sich der Verbrauchszeitpunkt auf die Rechnung aus.
Woraus sich der Strompreis zusammensetzt
| Börsenpreis | Variabel, je Preisintervall. Der reine Marktpreis ist nur ein Teil des Gesamtpreises. |
| Aufschlag des Anbieters | In der aktuellen Modellrechnung von VOLTAG: 5,18 ct/kWh netto auf den Netto-Spotpreis. |
| Netzentgelte | Abhängig vom Netzgebiet, also vom zuständigen Netzbetreiber. |
| Messstellenkosten | Für Zähler und Messung, abhängig vom Messstellenbetreiber. |
| Steuern und Abgaben | Gesetzlich festgelegt, unabhängig vom Tarifmodell. |
| Grundpreis | Ob und in welcher Höhe, steht im Preisblatt des Angebots. |
Verbindlich sind ausschließlich das individuelle Angebot, das aktuelle Preisblatt und die Vertragsunterlagen des Anbieters.
Wann Strom günstig ist – und wann nicht
Mittags: oft günstig
Zwischen etwa 10 und 15 Uhr steht bei sonnigem Wetter viel Solarstrom zur Verfügung. Die Börsenpreise sinken dann häufig deutlich.
Abends: tendenziell teuer
Zwischen etwa 18 und 21:30 Uhr ist die Nachfrage hoch und die Solarerzeugung gering. Hier lohnt es sich, Verbrauch zu reduzieren.
Negative Preise
Einzelne Intervalle können negativ sein. Netzentgelte, Steuern und Aufschläge fallen trotzdem an – der Strom ist dann nicht automatisch kostenlos.
Für wen sich ein Spot-Tarif eignet
Wärmepumpe und Elektroauto
Große, zeitlich verschiebbare Verbraucher profitieren am stärksten von günstigen Preisfenstern.
Speicher und Steuerung
Ein Speicher mit Energiemanagement lädt in günstigen Zeitfenstern und gibt die Energie später wieder ab.
Mieter und Haushalte ohne PV
Eine eigene Photovoltaikanlage ist keine Voraussetzung. Entscheidend sind Zähler, Lieferstelle und bestehender Vertrag.
Gewerbe
Auch Betriebe können ihre Situation prüfen lassen. Bei besonderen Lastprofilen sind zusätzliche Daten nötig.
Chancen und Grenzen
Was für den Spot-Tarif spricht
- Kein Risikoaufschlag für eine Preisgarantie, wie ihn Festpreistarife enthalten
- Günstige Zeitfenster lassen sich gezielt nutzen
- Transparenter Preis, nachvollziehbar am Börsenverlauf
- Gute Ergänzung zu Speicher, Wärmepumpe und Wallbox
Was Sie wissen sollten
- Eine Ersparnis ist nicht garantiert – sie hängt von Verbrauchsprofil und Marktpreisen ab
- Die monatlichen Kosten können stärker schwanken als beim Festpreis
- Ohne Smart Meter wird mit einem geglätteten Monatsdurchschnitt abgerechnet; der Verbrauchszeitpunkt spielt dann keine Rolle
- Der Anbieter kann den Zugang ohne geeignetes Messsystem im Einzelfall ablehnen
So läuft der Wechsel ab
- Registrieren: kostenlose und unverbindliche Anmeldung im VOLTAG-Portal.
- Vollmacht erteilen: Profildaten vervollständigen und die Vollmacht für den Anbieterwechsel auswählen.
- Stromrechnung hochladen: die Jahresabrechnung mit Zählernummer und Zählpunkt bzw. Marktlokations-ID.
- Prüfung: Vertrags-, Lieferstellen- und Zählerdaten werden geprüft, fehlende Angaben nachgefragt.
- Umstellung: Den Wechseltermin teilt der Netzbetreiber schriftlich mit. Er richtet sich nach Kündigungsfristen und Vertragsbindung.
Den bisherigen Stromvertrag bitte nicht vorsorglich selbst kündigen. Die Stromversorgung wird beim Wechsel nicht unterbrochen.
Spot-Tarif prüfen und anmelden
Live-Börsenpreise für Deutschland und Österreich, Verbrauchsanalyse und Anmeldung finden Sie auf der VOLTAG-Seite.
Persönlicher Empfehlungslink von ReCons.
ReCons ist nicht Stromlieferant und nicht Vertragspartner des Tarifs. Der Link auf dieser Seite ist ein Empfehlungslink. Preise, Laufzeit und Bedingungen ergeben sich allein aus dem Angebot und den Vertragsunterlagen des Anbieters. Keine Energie-, Finanz- oder Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Ist der Börsenpreis mein kompletter Strompreis?
Nein. Zum Börsenpreis kommen Anbieteraufschlag, Netzentgelte, Messstellenkosten, Steuern, Abgaben und gegebenenfalls ein Grundpreis hinzu.
Brauche ich einen Smart Meter?
Für die zeitgenaue Zuordnung des Verbrauchs ist ein intelligentes Messsystem entscheidend. Ein digitaler Zähler ist nicht automatisch ein Smart Meter. Zuständig für Einbau oder Austausch ist der Messstellenbetreiber.
Brauche ich eine Photovoltaikanlage oder einen Speicher?
Nein. Beides ist keine Voraussetzung. Ein Speicher kann helfen, günstige Preisfenster von der späteren Nutzung zu entkoppeln; ob sich das lohnt, ist im Einzelfall zu rechnen.
Kann ich als Mieter teilnehmen?
Grundsätzlich ja. Entscheidend sind Zähler, Messkonzept, Lieferstelle, der bestehende Vertrag und die Verfügbarkeit des Angebots am Standort.
Wird beim Anbieterwechsel der Strom unterbrochen?
Nein. Ein regulärer Lieferantenwechsel ist ein kaufmännischer Vorgang, die physische Stromleitung bleibt bestehen.
Wann startet der neue Tarif?
Das hängt von Kündigungsfristen, bestehender Vertragsbindung, der Vollständigkeit der Unterlagen und der Bestätigung durch die beteiligten Marktpartner ab.
Welche Vertragslaufzeit gilt?
Laufzeit, Kündigungsfrist und Verlängerung stehen im konkreten Angebot und in den Vertragsbedingungen des Anbieters.
